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Generalsanierung abgeschlossen

Das Grazer Franziskanerkloster in der Grazer Innenstadt besteht seit der Ordensgründung des Hl. Franziskus. Seit dem Eintreffen der ersten Minderen Brüder bis zum heutigen Tag ist das Kloster durch das Leben und Wirken der Brüder belebt. Durch die Jahrhunderte hindurch wurden Kirche und Kloster neu gestaltet und den Bedürfnissen der Zeit angepasst mit dem Ziel ein guter, schlichter Ort für das Leben der Brüder und ein pastorales Zentrum für die Bewohner von Graz zu sein.  

In den notwendigen Umbaumaßnahmen der letzten Jahre wurde von manchen Bauarbeitern die Aussage gemacht: „Wenn diese alten Mauern sprechen könnten, sie könnten viel erzählen“. Klösterlicher Bau ist nicht nur die Wohnstätte der Brüder sondern er trägt eine Botschaft in sich, die von Tiefen spricht.

Es braucht den Ort des Schönen, nicht den Luxus, wo der Mensch etwas ablesen kann, wozu er bestimmt ist von Anfang an. Einen kleinen Ort zu haben, wo etwas vom Paradies zu finden ist, das der Welt verlorengegangen ist. So waren und sind die Klostergärten ein Bild vom Garten Eden und die Räume eines Klosters in ihrer Gestaltung ein Bild  von schlichter Keuschheit, damit  gute Kommunikation sich frei ermöglichen kann, gestalterisch kreativ wird und Neues hervorbringt.

Ein weiters Bild eines Klosters ist jenes der Urkirche. Gemeinsam einen Ort zu gestalten, wo Menschen, die an Christus glauben, miteinander leben, wirken und suchen, um die Nachfolge Christi ansprechend zu leben. Dabei geht es nicht um einen egalitären Kreis, der abschottende  Grenzen mit der Welt  zieht.

Vielmehr braucht das Kloster aber bewusst gesetzte Schwellen, da sich dahinter etwas birgt, wo der Mensch nicht gleich mit einem konsumorientierten Zugriff alles besitzen kann, sondern einmal stehen bleibt und eingeladen wird einzutreten und dann etwas erleben kann. So wie Philippus zu Nathanael sagte: „Komm und sieh“! (Joh.1.47)

Franziskanisches Leben war immer eine Verbindung von Kloster und Stadt, und ohne die Bevölkerung wird auch unser Kloster in Zukunft nicht überleben.
Es gibt uns Brüdern große Hoffnung, was in der Generalsanierung möglich geworden ist.
Manche Berater haben uns geraten, das Kloster müsste kleiner und zur guten Immobilie werden, damit es in Zukunft abgesichert wäre und die Kosten für die notwendige Sanierung aufgebracht werden könnten, denn die Zeit für einen solchen Ort wäre vorbei. Ja, da spricht die Logik der Welt, und sie hat recht.
Die Generalsanierung des Klosters nach menschlichen Maßstäben war unrealisierbar. Doch mit Offenheit auf alle Menschen zuzugehen, ob sie zur Kirche gehören oder nicht, ergab viel Schönes und erzeugte eine Begeisterung. Viele haben mitgeholfen, jene die Möglichkeiten hatten, materiell zu helfen und jene, die ihre fachliche Hilfe einbrachten oder jene, die einfach motivierend dahinter standen.

Im Blick auf ein nun fertiggestelltes und weiterhin zu erhaltendes Kloster dürfen wir Franziskaner dankbar sein, dass nicht nur das Kloster am Beginn des 21. Jahrhunderts saniert dasteht, sondern sich der Kreis von Beziehungen vergrößert hat und lebendige Kirche spürbar geworden ist.

„Allein der musische Mensch vermag die aus Sachlichkeit zerstörte Innerlichkeit wieder aufzubauen“, dies stand im Masterplan der Sanierung. Durch den persönlichen Einsatz von vielen mit Herzblut ist dies gelungen.

Wir Franziskaner sagen allen Dank, die in den letzten Jahren mitgeholfen und uns unterstützt haben.
Die bauliche Sanierung ist abgeschlossen, doch an der Restfinanzierung ist noch zu arbeiten.
Wir hoffen, dass auch dies noch zustandegebracht werden kann.

Br. Matthias Maier