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Jakobikapelle

Schon um 1200 soll im Auwald zwischen den Seitenarmen der Mur eine kleine Kapelle „Sankt Jakob im Walde“ gestanden sein (wahrscheinlich am süd-östlichen Zweig des ‚Jakobsweges’).

Nach 1230 durften sich die ersten ‚Minderbrüder’ des Heiligen Franziskus dort niederlassen  und ihr Kloster innen an die Stadtmauer gegen die Mur hin anbauen.

Die Kapelle, die der erste Gottesdienstraum war, musste bald ausgebaut werden, um eine Zahl von Gläubigen aufnehmen zu können. Dies dürfte der quadratische Raum sein, in dem auch heute die Messbesucher sitzen. Er hatte ursprünglich eine hölzerne Flachdecke und der Zugang war an der Südseite unter dem gotischen Fenster.

Um 1330 war dann der gegen Osten angebaute erhöhte Chorraum mit 5/8 - Schluss, gotischen Spitzbogenfenstern und skulpturierten Säulenkapitellen  vollendet. {1327 wurde Herzog Heinrich der Sanftmütige, der Bruder König Friedrich des Schönen, bei den Minderbrüdern in Graz beigesetzt, und manche Historiker vermuten, dass der Chorraum mit Krypta als fürstliche Grabstätte errichtet worden war. Allerdings wurde der Leichnam des jungen Habsburgers bald danach in die neuerrichtete Habsburgergruft in Königsfelden / Aargau überführt. Die Krypta wurde jedenfalls im 16.Jh unter anderen von den Herren von Königsgraetz als Grablege verwendet.}

Im Zuge des Anbaus des erhöhten Chores wurde auch im älteren Schiff statt der Flachdecke ein steinernes Gewölbe eingezogen. Die Schlusssteine tragen die Symbole der Evangelisten: „Markus-Löwe“ und „Lukas-Stier“.
Im Chor wird mit Matthäus und Johannes fortgesetzt. Die schon erwähnten Säulenkapitelle könnten mit ihren verschiedenen „Buckel-Laubmotiven“ (Wein, Efeu, Eiche, Akanthus, etc) eine verschlüsselte spirituelle Botschaft enthalten; besonders interessant sind aber die zwei Tiermotive, links die „Eule im Gemäuer“ (= Erlösermotiv ?) und rechts die äußerst ungewöhnliche Darstellung des „Sündenfalls“ durch zwei einander umarmende affenartige Wesen (Lemuren), deren einer dem anderen einen Apfel überreicht.

In der Renaissance hat es einen Schnitzaltar mit der Jakobus-Statue zwischen den Pestheiligen Rochus und Sebastian gegeben, über denen im Lebensbaum der Hl. Franziskus thronte. Später gab es das barocke Altarblatt, ein Staffelbild mit Jakobus zwischen Franziskus und Antonius und zuletzt im Rahmen der Regotisierung wieder einen Schnitzaltar (von Peter Neuböck, 1894) mit zwei Flügeln (innen Halbreliefs von den Heiligen Ludwig und Elisabeth und außen gemalte Fastenzeitbilder, der verspottete Heiland und die schmerzhafte Mutter Gottes).