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Die Zentralbibliothek der Franziskaner in Graz

Die ‚Zentralbibliothek’ enthält derzeit allein über 13.000 Bände, die vor 1700 datiert sind, dazu 440 Handschriften und 818 Inkunabeln  (und zwar in der Bibliothek A im Westflügel des Klosters)  sowie 35.000 nach 1700 (in den Bibliotheksräumen B und S im Osttrakt). Man kann also insgesamt von nahezu 50.000 Einzelwerken sprechen!

Das Älteste sind einzelne Pergamenthandschriften des 9.-13.Jhdt, die nur mehr als Fragmente erhalten sind, da sie zur Verkleidung der hölzernen Buchdeckel auf diese aufgeleimt wurden und nun durch behutsames Ablösen als „Makulaturen“ existieren.
Darunter finden sich Pergamentblätter einer Vulgata-Abschrift (~900) aus Wolframs „Parzival“- und „Willehalm“-Dichtung sowie einer „Christherre-Chronik“ (~1300)

Unter den wertvollen Inkunabeln und frühen Drucken sind zu 70% theologische Werke {meist in lateinischer Sprache; aber auch die ersten deutschsprachigen Bibeln vor Luther ! (~1470 )}, oft mit kunstvollen Illustrationen ( > Holzschnitte u. Kupferstiche); daneben gibt es aber auch zahlreiche naturwissenschaftliche, medizinische, philosophische, juristische und historische Werke sowie diverse Wörterbücher des 16. Jahrhunderts und historische Atlanten.

Geschichte der Klosterbibliothek

Die Anfänge der Klosterbibliothek der Franziskaner in Graz gehen auf das Jahr 1463 zurück, als die ‚Observanten’ sich unter Kaiser Friedrich III. in St. Leonhard bei Graz niederlassen durften.
Mit 1616 ist ein erster erhaltener Katalog des damaligen Bücherbestands datiert. 1752 erhält die alte Bibliothek ‚S’ (über der Sakristei) laut Chronik Eisenbalken und eine ‚feuersichere’ Eisentüre.

In den Sechziger Jahren des 20. Jhdt. beschloss die Leitung der ‚Österreichischen’  Franziskaner-Provinz (in Wien), die vor 1700 entstandenen Bibliotheksbestände (Handschriften, Inkunabeln und frühe Drucke) zentral zu verwalten. Als gemeinsamer Aufstellungsort für die wertvollen Altbestände der Klosterbibliotheken Wien, St.Pölten, Maria Lankowitz, Maria Enzersdorf, Frauenkirchen, Eisenstadt, Maria Lanzendorf, Gleichenberg und  der Grazer Hausbibliothek wurde der Grazer Konvent ausersehen. Dazu mussten erst die Bibliotheksräume im Westtrakt feuer- und einbruchsicher ausgestattet werden (1959).

Seit 1995 hat Fr. Didacus Sudy  (bis dahin als ‚Wirtschafter’ und Koch im Grazer Konvent tätig) gemeinsam mit Frau HR Dr. Maria Mairold von der Grazer UB den Bibliothekskatalog auf den letzten Stand zu bringen versucht. Ihr besonderes Anliegen war die Erfassung der Handschriften, wofür 2001 auch eine Inventarliste ins Internet gestellt wurde.

Auch Dr. Franz Lackner von der Österr. Akademie d. Wissenschaften hat sich für die frühen Handschriften (vor 1600) und Illustrationen interessiert, diese durch Microfilmaufnahmen bzw. auch digital konserviert und 2006 in einer eigenen Publikation veröffentlicht.

Nach der Einrichtung des ‚Interdisziplinären Kultur- und Forschungszentrums bei den Franziskanern’ durch das Land Steiermark im Jahr 2006 ist Frau Dr. Karin Haas-Trummer für die Erstellung eines internet-tauglichen Gesamtkatalogs zuständig gewesen. – Leider ist dieses Projekt wegen Geldmangels 2009 wieder eingestellt worden. Seither wird die Arbeit am digitalen Gesamtkatalog dankenswerter Weise von Dr. Wolfgang Lang, in ehrenamtlicher Tätigkeit weitergeführt.

Kataloge

Online-Katalog (OPAC):
Unter folgendem Link finden Sie einen Online-Katalog