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Klostergeschichte

Das Grazer Franziskanerkloster ist die älteste Klosterniederlassung auf Grazer Stadtgebiet. Bereits 1239 wurde von Minderbrüdern in Graz berichtet, d.h. sie dürften sich wahrscheinlich unter dem Babenbergerherzog Friedrich II. in Graz niedergelassen haben. Die Gründung des Klosters erfolgte an einer strategisch wichtigen Stelle: an der Stadtmauer bei der Murbrücke. Das ursprüngliche Gotteshaus hatte keinen Turm. Der Turm wurde im 17. Jahrhundert als Wehrtrum errichtet und später den Franziskanern übergeben.

Mitte des 15. Jh kamen Franziskaner-Observanten ("reformierte Minderbrüder") nach Graz und ließen sich in St. Leonhard nieder. Nach Zerstörung des dortigen Klosters durch feindliche Einfälle aus dem Osten, durften sie ein neues Kloster auf dem heutigen Tummelplatz errichten, das sie aber - kaum vollendet - den Dominikanerinnen überlassen mussten, die ebenfalls vor feindlichen Überfällen auf ihr Kloster vor den Stadtmauern in die Innenstadt flüchten mussten. Den 'Observanten' wurde vom Kaiser nahegelegt, mit ihren franziskanischen 'Konventualen'-Mitbrüdern (=> Minoriten) im "Murkloster" zusammen zu ziehen. Da die Bestrebungen, die beiden Ordenszweige zusammen zu führen, scheiterten und sich die Minoriten nicht den Regeln der Observanten unterziehen wollten, mussten sie ihr Kloster innerhalb der Stadtmauer den Observanten überlassen und in die Murvorstadt ziehen.

Wichtige bauliche Veränderungen auf dem Weg zum heutigen Erscheinungsbild waren:
Im 16. Jh wurde ein Refektorium errichtet, die Kirche umgebaut und ein neuer Hochaltar geweiht.
Im 17. Jh wurde die Sakristei umgestaltet, der Westturm errichtet, die Antoniuskapelle erbaut und die Mater-Dolorosa-Kapelle gestiftet.
Für das 18. Jh sind zwei bedeutende Daten erwähnenswert: 1723 wurde die Antoniuskapelle neu erbaut und im Jahre 1783 erfolgte die Erhebung der Klosterkirche zur Pfarrkirche.
In der zweiten Hälfte des 19. Jh ist die Regotisierung erwähnenswert.

1945 beschädigte ein Bombentreffer den Chor der Kirche schwer, er wurde in den folgenden Jahren wiederhergestellt.
Die bunten Glasfenster, die zugleich einen Verweis in die überirdische Sphäre darstellen, stammen vom steirischen Künstler Franz Felfer (Scheitelfenster, 1960/62) und von Sr. Basilia Gürth OSB (Seitenfenster, 1982/88).
Im Rahmen der Gesamtrenovierung (1982-88) erfolgte die Neuausstattung des Chores, die Öffnung der Gruft und die Gestaltung einer Totengedenkstätte im Anschluss an den Kreuzgang. 2012 wurde die Krypta unter dem Presbyterium restauriert.