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Eröffnung der Klosterpforte

Im Rahmen der Generalsanierung des Grazer Franziskanerklosters wurde die neue Klosterpforte und das künstlerisch gestaltete Klausurportal feierlich eröffnet.

Schwellenangst, die gibt es nicht, denn offen und freundlich präsentiert sich die neu gestaltete Klosterpforte der Franziskaner in Graz – ein Ort der Begegnung mitten im Herzen der grünen Mark. Als „Grundbalken“ des Hauses und „tragender Bauteil“ wird die Schwelle in Fachwörterbüchern beschrieben. Die Schwelle, die Einhalt gebietet, an der der Mensch innehält, um in einem möglichen weiteren Schritt den Lebensraum anderer zu betreten. Die Schwelle, die den Unterschied markiert zwischen dem Draußen und dem Drinnen. Einladen soll sie und dennoch eine würdige Distanz ausstrahlen, neugierig stimmen für den Raum und die Menschen dahinter. Moderne Klagemauer Jeder von uns hat Wünsche, vielfältige Gedanken, Bitten für sich und andere, Klagen, Worte des Dankes.

Manche von ihnen möchte man für die irdische Ewigkeit festhalten. In Graz hat nun jeder die Möglichkeit dazu: 2500 Geheimnisse finden im 2,5 Tonnen schweren Klausurportal Platz, denn 2500 Metallrohre verschiedener Größen warten auf die geheimen Botschaften der Besucher, um sie über die Schwelle in die irdische Ewigkeit zu tragen.

„Jeder, der mitmachen möchte, kann bei uns ein Metallrohr kaufen und an dessen Außenseite seine persönliche Botschaft schreiben“, erklärt Br. Matthias Maier die Idee des unkonventionellen Kunst-Konzepts. Das jeweilige Rohr wird anschließend in eine Öffnung des Klausurportals geschoben und mit einem runden Glas versiegelt. Das künstlerisch gestaltet Klausurportal soll so – ähnlich einer modernen Klagemauer – Stück für Stück, Rohr um Rohr, gefüllt werden.

Bausteinaktion - Klausurportal

Die steuerlich absetzbaren Spenden für die Rohre liegen gemäß den vier unterschiedlichen Rohrdurchmessern zwischen 100 und 1000 Euro. Vielfältig sind nicht nur die Wünsche und Gedanken, die sich auf diese Weise sammeln lassen, vielfältig sind auch die Anlässe, wie Taufen, Hochzeiten oder Geburtstage, an denen man ein Metallrohr „verschenken“ kann.


Besuchen Sie uns an der Pforte, wo Sie ein Rohr erwerben können.

Öffnungszeiten der Pforte

Montag bis Freitag:
von 8.00 bis 11.00 Uhr  
von 14.30 bis 17.00 Uhr,

Samstag und Sonntag geschlossen

Tel.: 0316 / 82 71 72 Fax: DW 8

Klosterpforte und Klausurportal

In den Anfängen führte wahrscheinlich nur ein überdachter offener Gang vom Franziskanerplatz entlang der Südseite der Jakobikapelle gerade in den Kreuzgang. Nachdem dieser in das Klostergebäude integriert worden war, bildete er den Zugang vom Platz her, wobei eine kleine Pfortenzelle an der Stirnseite des Jakobikapellen-Chores angebaut wurde.

Mit dem Erweiterungsbau des Klosters in der Renaissance-Zeit hat man durch die Anlage eines zweiten Kreuzganges um den „Binnenhof“ (innerhalb der Klausur) einen parallelen Zugang geschaffen.

Die Öffnung durch ein Steinportal zum Platz hin erfolgte aber erst um 1827.  Dadurch wurde auch die Verlegung der Pforte notwendig, die - nun schon im Klausurbereich, und zwar in die nord-östliche Ecke zum Binnenhof hin - eingerichtet wurde. Zur selben Zeit dürfte auch die bis dahin von Fuhrwerken genutzte Hofeinfahrt (links, südlich des Klosterportals) aufgegeben worden sein, sodass straßenseitig nur mehr ein übergroßes Rundbogenfenster zu sehen ist, im Inneren aber ein weiterer Raum geschaffen wurde. Somit konnte auch die ursprünglich zu kleine Pforte vergrößert werden.

Ein ebenerdiger Vorbau in den Binnenhof hinein, der 1930 entstand, ließ die Pforte noch geräumiger werden und ermöglichte auch die Einrichtung eines gegen Süden anschließenden Aussprachezimmers.

 

Erst der Umbau von 2010 / 2011  verwandelt die ehemalige Pforte in ein lichtdurchflutetes „Foyer“ mit einem dem Pförtner-Büro vorgelagerten Warteraum und „Kloster-Shop“.  Ein dritter, dahinter liegender Raum beherbergt das neue Sekretariat.

Geradezu ein Kunstwerk für sich ist das neue Klausurportal aus Stahl und Glas, das mit seinen 1500 Rohrschäften eine Art  Bitt- und „Klagemauer“ sein möchte und eine ebenso inspirierende wie herausfordernde „Schwelle“ zum Klosterleben dahinter darstellt.