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Unser Leben in der Ordensgemeinschaft

Tagesablauf
Der Tagsablauf richtet sich auch nach der Tätigkeit einer Gemeinschaft bzw. des Einzelnen.

Laudes (Morgengebet)
Heilige Messe
Frühstück
Arbeit und Aufgaben am Vormittag
Sext (Mittagesgebet)
Mittagessen im Refektorium (Speiseraum im Kloster)
Arbeit und Aufgaben am Nachmittag
Vesper (Abendgebet)
Rekreation

Für gewöhnlich steht am Tagesbeginn das (gemeinsame) Gebet: Messe und Chorgebet/Brevier (Meditation). Wir beten auch das Brevier (die Psalmen) gemeinsam, allerdings hat das feierliche Chorgebet nicht den Stellenwert wie etwa bei den Benediktinern oder Zisterziensern. Dennoch legen wir Wert auch auf das gemeinsame Breviergebet am Morgen, zu Mittag und Abend.

Da die Gemeinschaft ein wesentliches Element darstellt, soll die Kommunikation besonders gepflegt werden. Das geschieht u. a. bei den gemeinsamen Mahlzeiten. Diesem Anliegen dienen die sog. „Rekreationen“ (vom lat. re-creare = wieder beleben), die meist zweimal in der Woche am Abend stattfinden: Dabei handelt es sich um ein formloses Zusammenkommen der Brüder, bei dem es etwas zu essen und zu trinken gibt, der Hauptzweck ist aber die Kommunikation.

Um sowohl geistliche wie auch organisatorische Dingen ins Gespräch zu bringen, finden auch regelmäßig sog. „Hauskapitel“ statt, bei denen die Brüder zusammenkommen, um eben gemeinsam zu bedenken und zu besprechen.

Als Franziskaner tragen wir als Ordenskleidung einen Habit mit Kapuze und Zingulum.
Charakteristisch für die franziskanisch geprägten Gemeinschaften ist der Strick (Zingulum) - im Gegensatz etwa zu einem ledernen Gürtel - mit den drei Knoten, die unsere Gelübde symbolisieren: Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Im Unterschied zu den alten monastischen Orden (Benediktiner, Zisterzienser...) dürfen nicht nur die Brüder, sondern auch die Gemeinschaft als ganze keine Besitzungen haben. Das Tragen des Ordenskleides ist nicht strikt vorgeschrieben, ist natürlich erwünscht, wo es angemessen ist, und ist in diesem Sinne gewiss auch ein Zeichen unserer Identität als Franziskaner.

Der Obere („Chef“) einer Gemeinschaft heißt bei uns Guardian (vom ital. „guardare“ - bewachen, behüten), nicht wie in den Stiften Abt oder Prior. Im Gegensatz zu diesen wird ein Guardian nur auf drei Jahre bestellt, kann nochmals bestellt werden, muss aber dann für drei Jahre aussetzen. Franziskus wollte damit jeder Ansammlung von „Macht“ Vorschub leisten, es war ihm das große Anliegen, dass alle wirklich Brüder sind.

(Franziskaner.at)

Franziskanische Symbole

Taukreuz
Das T (Tau) ist heute weltweit ein Symbol für die christlich-franziskanische Lebensausrichtung und Friedenssendung. In der Bibel ist das T ein Erwählungszeichen für die Geretteten (Ez 9,3 f.;Offb 7,2-8;9,4). Das T hat die Form des Kreuzes Christi und war für die Christen schon früh ein Vorbild und Zeichen des Kreuzes, des Heils, der Erlösung und des Segens.

Der heilige Franziskus verwendete das T vielfach als Unterschrift sowie als Meditations- und Segenszeichen. Auch wenn Franziskus seine Briefe beglaubigte, tat er dies mit dem T. Oder wenn er Äste in Kreuzesform zusammenfügte, wenn er in Fonte Colombo das T in die Magdalenenkapelle zeichnete, oder das T unter den Segensspruch für Bruder Leo schrieb. Das T (Tau) ist für die franziskanische Familie ein Vermächtnis des Ordensvaters und zugleich Auftrag, „unseres Herrn Jesu Christi Lehre und Fußspuren zu folgen“ und täglich das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus zu tragen.


Franziskanisches Wappen
Das Wappen des Franziskanerordens zeigt eine Hand Jesu und eine Hand des hl. Franziskus über den Wolken. Beide sind von den Wundmalen der Nägel gezeichnet. In der Mitte ragt das Kreuz empor. Jesus lässt sich aus Liebe zu den Menschen ans Kreuz schlagen. Durch diese Liebe erlöst er die Welt. Franziskus will mit Jesus lieben und leiden und erhält 1224 auf wunderbare Weise die Wundmale Jesu eingeprägt. Franziskus ist mit den Wundmalen „ein zweiter Christus“ geworden. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung“, bekennt die Kirche in der Karfreitagsliturgie.


Habit
Als Brüdergemeinschaft, die das Charisma des hl. Franziskus auch sichtbar nach außen hin vertritt, tragen die Franziskaner den Habit zum Zeugnis für das franziskanische Leben in der Nachfolge des armen und gekreuzigten Jesus. Franziskus richtete sich den Habit in Form des Kreuzes zurecht, er machte ihn aus rauhestem Stoff, recht armselig und schmucklos. Somit ist der Habit wie ein großes Kreuz, in dessen Schutz sich der „Arme aus Assisi“ begibt.
Als Gürtel verwenden die Franziskaner einen einfachen Strick, das so genannte Zingulum. Dieses ist das Zeichen der Armut, gürteten sich zur Zeit des Franziskus doch die Reichen mit edlen Gürteln. Das Zingulum hat drei Knöpfe. Diese symbolisieren die Gelübde der Minderen Brüder: Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam.
 


San Damiano-Kreuz
Vor der Kreuz-Ikone in der Kapelle „San Damiano“ in Assisi betete Franziskus in der Zeit seiner Berufung. Die Ikone, auch „San Damiano-Kreuz“ genannt, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Christus spricht zu Franziskus von diesem Kreuz herab: „Geh, Franziskus, und baue mein Haus wieder auf, das – wie du siehst – in Trümmer fällt!“

Das Kreuzbild, in kräftigen Farben gemalt, zeigt Christus, der das Licht der Welt ist und in seiner Liebe die Dunkelheit und Sünde besiegt hat. Einerseits ist Christus der Gekreuzigte, wie ihn uns der Evangelist Johannes vor Augen stellt. Darauf deuten u.a. die blutenden Wunden und die Personen unter dem Kreuz hin (von links nach rechts): Gottesmutter Maria, Apostel Johannes, Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und der römische Hauptmann. (vgl. Joh 19,26) Andererseits bezeichnen die weit geöffneten Augen, der unnatürlich breite Hals und die fast aufrecht stehende Haltung Christus als den Auferstandenen, der den Tod besiegt hat und den Jüngern den Geist einhaucht. Oben sieht man wie Christus in den Himmel auffährt und von den Engeln empfangen wird.

(franziskaner.at)