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Was wir zu tun können? Zusammengefasst in fünf "B"

"Empfanget den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben..." - Mit diesen Worten überträgt nach dem Zeugnis der Bibel der Auferstandene seinen Aposteln den Dienst der Vergebung. Im Lauf der Geschichte hat das Sakrament der Buße einen großen Wandel durchgemacht. Es war ein langer Weg von der öffentlichen Buße in der frühchristlichen Gemeinde bis zur relativ "einfachen" Beichte heute.

Gott kann auch das Böse zum Guten wenden


Sünde ist nie bloß Privatsache. Sie verstößt immer gegen die Liebe zu den Mitmenschen und Geschöpfen - und letztlich auch gegen Gott, der alle seine Geschöpfe liebt. Darum haben auch Vergebung und Versöhnung immer mit Gott zu tun. Wir allein können sie nicht bewerkstelligen. Wir müssen zwar stets um Wiedergutmachung bemüht sein, aber nur Gott kann auch das heilen, was wir Menschen auf Erden nicht mehr wieder gut machen können.
Vielleicht ist der, dem wir Unrecht getan haben, nicht mehr für uns erreichbar oder schon tot. Wir wissen auch gar nicht, welche Auswirkungen diese oder jene Sünde gehabt hat und noch haben wird. Nur Gott weiß das. Er kann alles zum Guten wenden. Das wird uns im Sakrament der Buße durch den Priester spürbar und wirksam zugesagt. Der Priester kann das nicht aus eigener Kraft, sondern nur weil er dazu geweiht und beauftragt worden ist.

Was wir Menschen mit Gottes Hilfe tun können, lässt sich in fünf "b" zusammenfassen:
besinnen - bereuen - bekennen  - büßen (hier: bemühen um Wiedergutmachung) - bessern

(Katholische-Kirche-Steiermark.at)

Aus der Feier der Versöhnung

Gott, der barmherzige Vater,
hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes
die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden.
Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden.
So spreche ich dich los von deinen Sünden
im Namen des Vaters und des Sohnes †
und des Heiligen Geistes.

Amen.

Die Feier der Versöhnung

Wer beichten will, betritt den Beichtstuhl oder das Beichtzimmer, wird vom Priester gesegnet und kann dann seine Sünden bekennen. Wer schon lange nicht mehr beichten war oder unsicher ist, was zu tun ist, kann den Priester auch bitten, ihm dabei zu helfen.

Im Anschluss an das Bekenntis sagt der Priester ein Wort der Besinnung und Ermunterung und gibt dem/der Beichtenden eine Aufgabe ("Buße") mit auf den Weg. Das kann ein Gebet oder ein gutes Werk sein.

Zur abschließenden Lossprechung („Absolution“) spricht er:
„Gott, der barmherzige Vater hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden.

Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden.
So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

(Katholische-Kirche-Steiermark.at)

Versöhnung

Schön langsam naht der Frühling. Die ersten Blumen erblicken wir mit Freude darüber, dass die Natur bald in ihrer vollen Pracht erstrahlen wird. Der alte Baum blüht wieder, und er blüht jedes Jahr neu.

Wie sehr sehnen auch wir Menschen uns nach einem neuen Frühling in uns, da unser Lebensweg gepflastert ist wohl mit manch schönen Stunden, mit den Erfolgen in der Arbeit und im Beruf, mit Menschen, wo gute Beziehungen gewachsen sind, doch auch mit Leidvollem, herbeigeführt durch eigene Schwäche und Versagen und durch die Grenzen von anderen.

Manche Schicksale, wie Krankheit und Arbeitslosigkeit begleiten uns. Wir können unsere Lebensgeschichte nicht auslöschen, ungeschehen machen und ganz von Neuem beginnen. Wir tragen sie mit uns, und sie kann uns zu Boden drücken.

Jesus ist gerade jenen Menschen mit offenen Armen entgegen gegangen, die es nicht mehr schafften. Er hat ein versöhnendes Wort für sie gehabt, ein Wort des Trostes mit Tiefgang, welches der Mensch sich selbst nicht geben kann. Die Begegnung mit Christus hat sie wieder heil und froh gemacht. Ihre Lebensgeschichte wurde nicht ausgelöscht, sondern versöhnt.

Uns als Kirche ist das Sakrament der Versöhnung anvertraut. Gerade in der Fastenzeit, in der Vorbereitung auf Ostern, sind wir eingeladen, einen Weg der Versöhnung zu gehen. Die Beichte als Sakrament ist ein Liebesangebot Gottes an uns alle.

Zu sehr sehen wir dieses Sakrament als reines Schuldbekenntnis. Wenn es nur das ist, dann ist die Schwelle zum Beichtstuhl schwer zu überwinden, und es vergehen die Jahre.
Doch im Blick auf das zärtliche Handeln Gottes im Sakrament der Versöhnung kann mein Lebensbaum, auch wenn die Narben seines Lebens sichtbar sind, neu zu blühen beginnen, und er kann prächtig blühen!

Wahre Vergebung

WAHRE VERGEBUNG unter uns Menschen:
was immer auch geschehen konnte,
steigt auf zur Gottesebene ins Geistige,
weil wir handeln wie er.

WAHRE VERGEBUNG verachtet die Logik der Stärke,
um sich in der Logik der Demut zu entfalten.

WAHRE VERGEBUNG verzichtet auf die Strenge und Härte einzufordernder Rechte,
um sie gegen das Mitgefühl einzutauschen.

WAHRE VERGEBUNG wirkt ungehindert, nichts hält sie auf, nicht einmal der Undank, oder die Gefahr des Scheiterns einer Versöhnung,
denn das Angebot bleibt bestehen.

WAHRE VERGEBUNG entscheidet das Wenden des Blattes,
um Freiraum zu geben für Neues und Anderes.

WAHRE VERGEBUNG ist Nächstenliebe im reinen Zustand,
eine Auferstehung im Hier und im Jetzt,

WAHRE VERGEBUNG stellt keine Bedingungen.
So liebt uns die göttliche Liebe
so handelt sie an uns Menschen
und wir werden Gott ähnlich, wenn wir vergeben wie er.

Dann öffnen sich geistige Weiten und Tiefen, 
in denen wir uns verstärkt erleben,
denn Gott holt uns immer zu sich
aus unserem kleinen Alltag in größere Räume,
wenn wir lieben und vergeben mit seiner Gnade,
die uns ruft und begleitet.