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Symposium 2017: Blickpunkt | Mensch - Medizin - Begegnung

Interdisziplinäres Symposium

Mittwoch, 20. September 2017: "Medizin und Menschenbild"
9:00 bis 17:30 Uhr, Universitätszentrum Theologie (UZT), Graz

Donnerstag, 21. September 2017: "Franziskanisches Menschenbild und Praxisorte"
9:00 bis 17:30 Uhr, Franziskanerkloster Graz


„Medizin und Menschenbild“
Die Erfolge der gegenwärtigen naturwissenschaftlich-technisch orientierten Medizin sind unübersehbar. Trotzdem gibt es berechtigte Anfragen, ob ihr Zugang zum Menschen, ihr Verständnis von Krankheit und von Heilung umfassend genug ist. Der Studientag „Medizin und Menschenbild“ fokussiert hier drei Problemfelder: Ist das bekannte „bio-psycho-soziale Modell“, das unter anderem in Graz entwickelt wurde, seinem Anspruch gerecht geworden, die Medizin zu einer ganzheitlichen Sicht zurückzuführen? Lassen sich die aktuellen Herausforderungen von Seiten der alternativen/komplementären Medizin und von Seiten der spirituellen Dimension von Krankheit und Heil in das Modell integrieren? Wie bewältigt unser Menschenbild, so eine zweite Fragerichtung, Situationen, in denen Kranke auf ihre bloße Körperlichkeit reduziert erscheinen, wo sie von Schmerz gezeichnet sind oder unter Demenz leiden? Gelingt es uns, menschliche Würde auch in diese „Bilder“ zu integrieren? Von ganz anderer Seite eröffnen sich schließlich Fragen des Menschenbilds im Zusammenhang mit Robotik und BrainComputer-Interfaces. Wie gestaltet sich die Begegnung von Mensch und Roboter? Wie viel vom Menschen ist technisch ersetzbar?

Auf der Suche nach einem ganzheitlichen Menschenbild
-    Das bio-psycho-soziale Modell (Josef Egger, Graz)
-    Theologie, Philosophie und Naturwissenschaft (Matthias Beck, Wien)
-    Komplementäre Medizin (Wolfgang Hofmeister, Feldkirchen)
-    Die spirituelle Dimension (Walter Schaupp, Graz)

Körper – Grenzen – Würde

-    Der Mensch im Schmerz (Michael Herbert, Graz)
-    Demenz (Verena Wetzstein, Freiburg)
-    Begleitung am Lebensende (Johann Platzer, Graz)

Technik und Mensch
-    Assistenz- und Kommunikationstechnologien (Wolfgang Zagler, Wien)
-    Robotik und Ethik (Ina Wagner, Wien)

„Franziskanisches Menschenbild und Praxisorte“
Seit Elisabeth von Thüringen († 1231), der Gründung der Elisabethinen im 17. Jahrhundert und den vielfältigen Neugründungen von Franziskanerinnen im pflegerischen Dienst im 19. Jahrhundert, dient die franziskanische Familie auch ausdrücklich kranken Menschen. Sie nimmt damit die Sorge des Franziskus von Assisi für die an den Rand gedrängten „Aussätzigen“ (Leprakranke) wahr und versucht mit ihnen alle kranken und randständigen Menschen ehrfurchtsvoll zu achten, ihnen liebevoll zu begegnen und durch medizinische Behandlung ihre Krankheiten zu heilen. Dadurch sollen kranke Menschen als wertvolle Personen geachtet und heilend gepflegt werden.
Nach einer Phase der Etablierung großer Spitäler und Pflegeheime durch die franziskanische Familie, stehen wir heute vor der Suche nach neuen Formen und Akzentsetzungen in der Sorge um kranke, „aussätzige“ und alte Menschen.
Welchen Beitrag kann das franziskanische Menschenbild zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten? Wie wird eine pflegerische Spiritualität in Ordensspitälern an die Mitarbeitenden weitergegeben?

Franziskanisches Menschenbild und Gesundheitssorge heute
-    Lobpreis und Krankheit: Perspektiven der franziskanischen  Anthropologie (P. Johannes-B. Freyer OFM, Rom)
-    Ende oder Wende? Franziskanische Ordenskrankenhäuser  im Wandel (Sr. Edith-Maria Magar OSF, Waldbreitbach)

Praxisorte (Workshops)
-    Genug ist Genug! Assistierter Suizid in der Schweiz  (Sabine Zgraggen, Wädenswil)
-    Der Mensch im Schmerz (Michael Kern, Graz)
-    Medizin für Arme im Horizont interkultureller Begegnung (Silke Gimpel, Graz)
-    Mensch mit besonderen Bedürfnissen (Peter Weinhappl, Kainbach bei Graz)
-    Hospiz und Palliative Care: Am Ende. Leben (Herlinde Maria Ressler, Graz)
-    Hospiz macht Schule (Monika Benigni, Bad Radkersburg)

Weitere Informationen

Veranstalter:
Franziskanerprovinz Austria in Österreich und Südtirol
Institut für Moraltheologie, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Graz
Krankenhaus Elisabethinen Graz
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Universität Graz


Inhaltliche Konzeption:
Wolfgang Kröll
Christian Lagger
Günther Liebminger
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
P. Paul Zahner OFM

Mit freundlicher Unterstützung
Land Steiermark, Stadt Graz, Universität Graz, Verein zur Förderung der Theologie

Kontakt/Informationen:
theologisches.dekanat@uni-graz.at
graz@franziskaner.at oder bei P. Paul Zahner: paul.zahner@graz-seckau.at


Nächtigungsmöglichkeiten:

Haus der Stille
www.haus-der-stille.at, Tel.: +43 3135 82625, info@haus-der-stille.at

Exerzitienhaus der Barmherzigen Schwestern
Tel.: +43 316 716020, bhs.exerzitien@aon.at

Bildungshaus Mariatrost
www.mariatrost.at, Tel.: +43 316 391131, office@mariatrost.at

www.graztourismus.at


Kontakt und Anreise
Universitätszentrum Theologie, Heinrichstraße 78, 8010 Graz;
Franziskanerkloster Graz siehe hier