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Rückblick: Symposium 2013
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Rückblick: Symposium Barmherzigkeit

Was Menschen am tiefsten wünschen und am schwersten geben – Barmherzigkeit. Mit dieser Thematik beschäftigten sich Vortragende und Teilnehmer beim diesjährigen Symposium am 10. und 11. Oktober in Graz. Veranstalter waren das Franziskanerkloster Graz und erstmalig die Grazer Schulschwestern (Österreichische Provinz der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis) mit Unterstützung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.

Arm & Herz
Im theoretischen und auch praktischen Blick versuchte das Symposium die theologische, franziskanische und künstlerische Sicht deutlich werden zu lassen und die konkrete Umsetzung gelebter Barmherzigkeit im Dienste an Menschen in Not vor Augen zu stellen.


Misericordia
Sein Herz den Armen öffnen und schenken. Mit dieser Definition von Barmherzigkeit verwies Prof. DDr. Reinhold Esterbauer als Dekan der Theologischen Fakultät in Graz in seiner Begrüßungsrede auch auf die strukturelle Armut in der Kirche und gleichzeitig auf eine Art Modewort „Barmherzigkeit“, geprägt durch Papst Franziskus.
„Symposium heißt auch Gastfreundschaft und Tischgemeinschaft“ betonte der neu bestellte Guardian des Franziskanerklosters Graz, Pater Josef Höller OFM.


Barmherzigkeit und Gerechtigkeit
Spannung versprach schon der Titel des Vortrages von Prof. Dr. Leopold Neuhold, Theologische Fakultät Graz. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit bei Papst Franziskus – ein spannendes Verhältnis, das vom Vortragenden beleuchtet wurde.
Zuvor gab es eine Einführung in die Thematik durch Pater Dr. Paul Zahner OFM, Franziskanerkloster Graz, der wie in den vergangenen Jahren für die Konzeption und Durchführung des Symposiums verantwortlich zeichnete. Der hl. Franziskus von Assisi erfuhr am eigenen Leib Barmherzigkeit, die ihm ohne Zutun und ohne Verdienst einfach von Gott geschenkt wurde.


Discretio
Einen weiteren Aspekt im Zusammenhang mit Barmherzigkeit brachte dann Prof.P.Dr. Johannes-Baptist Freyer OFM, Universität Antonianum Rom, ein. Die Discretio, die Besonnenheit und Diskretion. Auf Sünde und Aggression gelte es mit aller Geduld und Demut zu reagieren in Form der Ermahnung. Der Zweck der Barmherzigkeit ist nicht die Bestrafung, sondern Erbarmen und Vergebung. Zorn und Aufregung verhindern die Liebe. Man denke hierbei an den Portiunkula-Ablass, den Franziskus zu Lebzeiten beim Papst erwirkt hat oder auch sein Friedensgruß.


SOLWODI – gelebte Barmherzigkeit
Mit Sr. Patricia Erber SDS, SOLWODI (Solidarität mit Frauen in Not), Wien, ging es dann im Anschluss von der Theorie in die gelebte Praxis heute. Eine Gruppe von 13 Mitarbeiterinnen mit Ordensschwestern aus neun unterschiedlichen Orden kümmert sich seit Oktober 2012 um schutzbedürftige Frauen, teilweise mit deren Kindern. Es geht um Barmherzigkeit in der Arbeit mit Opfern von Menschenhandel und Zwangsprostitution.


Pater misericordiarum

P. Dr. Johannes Schneider OFM, Salzburg betrachtete am zweiten Tag des Symposiums die Barmherzigkeit Gottes in den Schriften der hl. Klara von Assisi. Im Testament der hl. Klara kommt Misericordia und somit Barmherzigkeit mehrmals vor. Der Vater der Erbarmungen wird auch in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt. Es geht jedoch nicht nur um die Barmherzigkeit Gottes, sondern darum, barmherzig zu sein im zwischenmenschlichen Bereich. Die Caritas, die Liebe, ist eine Grundvoraussetzung dafür. Die hl. Klara betonte auch stets die Einfachheit, Simplicitas, die Einfalt. Der ungeteilte, einfache Blick auf das Wesentliche, ein Herzensanliegen der Klara von Assisi.


Workshops und Kunst
In fünf vielfältigen Workshops nutzten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann die Möglichkeit, sich zu vertiefen. Neben der detaillierten Arbeitsbeschreibung des Vereins SOLWODI mit Sr. Patricia Erber SDS, gab es eine Betrachtung des modern gestalteten Kreuzwegs in der Kirche der Grazer Schulschwestern, der 2011 von Sr. Ruth Lackner FIC, Graz ausgeführt wurde. Das Marienstüberl in Graz mit seinem täglichen Dienst an vielen Armen beleuchtete Sr. Elisabeth Gruber. P. Dr. Willibald Hopfgartner OFM, Franziskanerkloster Graz, widmete sich der Kunst und entführte in die Literaturgeschichte mit Thomas Mann und der Barmherzigkeit. Nora Musenbichler zeigte, was es heißt, den Armen in Barmherzigkeit zu begegnen – eine Begegnung mit Gott. Sie, die Koordinatorin der VinziWerke Österreich, stellte die Arbeit der VinziWerke mit Menschen am Rande der Gesellschaft vor.


Bevor es zur abschließenden Podiumsdiskussion kam, stand die Kunst noch im Mittelpunkt des Symposiums. P. Dr. Willibald Hopfgartner OFM, Graz, führte mit Betrachtungen vor Ort zum Schulterwunden-Altar in die Franziskanerkirche. Dr. Johannes Rauchenberger, Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten, Graz zeigte die Barmherzigkeit anschaulich als Thema der Kunst.

So blieben nebst den Worten auch Bilder haften bei allen Zuhörerinnen und Zuhörern, die sich mit Herz und Liebe der Barmherzigkeit gewidmet hatten und hoffentlich auch zukünftig widmen werden in ihrem ganz persönlichen Umfeld.
 


Barmherzigkeit im Bild
Barmherzigkeit als Thema der Kunst – Dr. Johannes Rauchenberger, Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten, Graz
Diskussionsrunde mit den Vortragenden unter der Leitung von Mag. Claudia Elisabeth Frieser. V.l.: P. Dr. Willibald Hopfgartner OFM, Graz; Prof. P. Dr. Johannes-Baptist Freyer OFM, Universität Antonianum Rom; Mag. Claudia Elisabeth Frieser; Sr. Elisabeth Gruber; Marienstüberl Graz; Nora Musenbichler, Koordinatorin VinziWerke Österreich, Graz; Sr. Ruth Lackner FIC, Graz; Dr. Johannes Rauchenberger, Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten, Graz; Sr. Mag. Sonja Dolesch, Grazer Schulschwestern

Symposium am 10./11. Oktober 2014 im Franziskanerkloster

BARMHERZIGKEIT: Was Menschen am tiefsten wünschen und am schwersten geben

Die Kirche sei ein Feldlazarett, in dessen Zentrum die Barmherzigkeit gelebt wird. Leidenschaftlich verwendet Papst Franziskus dieses Bild und versucht es immer neu zum Zentrum seiner aktuellen Sicht der christlichen Glaubensgemeinschaft in der ganzen Welt zu machen. Das Symposium versucht im theoretischen und praktischen Blick die theologische, franziskanische und künstlerische Sicht deutlich werden zu lassen und die konkrete Umsetzung gelebter Barmherzigkeit im Dienste an Menschen in Not vor Augen zu stellen. Dabei wird vor allem die aktuelle Situation von bedrängten Menschen in Graz und in Österreich deutlich und es werden neue Wege der Hilfe aufgezeigt.

Symposium - Programm

FREITAG, 10. Oktober 2014
Im Franziskanerkloster Graz,
Franziskanerplatz 14, 8010 Graz, Franziskussaal, 1. Stock

10.00 Uhr: Beginn
• Musikstück
• Begrüßung durch den Dekan der Theologischen Fakultät Graz Prof. DDr.
Reinhold Esterbauer
• Begrüßung durch den Guardian des Franziskanerklosters Graz
• Hinführung zum Thema

10.30-12.00 Uhr: Prof. Dr. Leopold Neuhold, Theologische Fakultät
Graz: Barmherzigkeit und Gerechtigkeit bei Papst Franziskus – ein
spannendes Verhältnis

12.15 Uhr: Gemeinsames Mittagessen im Kultursaal

14.15-15.45 Uhr: Prof. P. Dr. Johannes-Baptist Freyer OFM, Universität
Antonianum Rom: Barmherzigkeit. Eine theologische und praktische
Kategorie in der franziskanischen Tradition

16.15-17.45 Uhr: Sr. Patricia Erber SDS, SOLWODI (Solidarität mit Frauen
in Not), Wien: Barmherzigkeit in der Arbeit mit Opfern von Menschenhandel
und Zwangsprostitution

18.15 Uhr: Franziskanische Vesper in der Klosterkirche

ca. 18.50 Uhr: Abendessen und gemütliches Zusammensein im Kultursaal
des Franziskanerklosters


SAMSTAG, 11. Oktober 2014
Im Franziskanerkloster Graz,
Franziskanerplatz 14, 8010 Graz, Franziskussaal, 1. Stock

9.00-10.30 Uhr: P. Dr. Johannes Schneider OFM, Salzburg: „Pater
misericordiarum“ – Barmherzigkeit Gottes in den Schriften der hl.
Klara von Assisi

11.00-12.30 Uhr: Workshops zur Auswahl in versch. Zimmern:

Nora Musenbichler, Koordinatorin VinziWerke Österreich, Graz: Den
Armen in Barmherzigkeit zu begegnen, heißt Gott zu begegnen –
Die Arbeit der VinziWerke mit Menschen am Rande der Gesellschaft

Sr. Patricia Erber SDS, SOLWODI, Wien: Menschenhandel –
Zwangsprostitution, Sehen und Handeln

Sr. Ruth Lackner FIC, Graz: Von ihr gestalteter moderner Kreuzweg in
der Kirche der Grazer Schulschwestern (2011)

Sr. Elisabeth Gruber, Marienstüberl Graz: Der tägliche Dienst an vielen
Armen der Stadt Graz im Marienstüberl

P. Dr. Willibald Hopfgartner OFM, Graz: Thomas Mann und die
Barmherzigkeit

12.30 Uhr: Mittagessen im Kultursaal

14.15-15.00 Uhr: P. Dr. Willibald Hopfgartner OFM, Graz: Hinführung
und Betrachtung des Schulterwunden-Altars in der Franziskanerkirche

15.00-16.30 Uhr: Dr. Johannes Rauchenberger, Leiter des Kulturzentrums
bei den Minoriten, Graz: Barmherzigkeit als Thema der
Kunst

17.00 Uhr: Abschlussrunde und -diskussion aller noch anwesenden
Vortragenden und der Workshop-Begleiter unter Leitung von
Mag. Claudia Elisabeth Frieser, Graz

18.00 Uhr: Abendessen und gemütliches Zusammensein im Kultursaal
des Franziskanerklosters

 

Symposium - Weitere Informationen

Veranstalter:
Franziskanerkloster Graz und Grazer Schulschwestern (Österreichische Provinz der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis)

Mit Unterstützung von: Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Graz


OrganisatorInnen:
Sr. Mag. Sonja Dolesch, P. Dr. Willibald Hopfgartner OFM, Br. Dr. Paul Zahner OFM



Nächtigungsmöglichkeiten:

www.graztourismus.at

Haus der Stille
www.haus-der-stille.at, Tel.: +43 3135 82625, info@haus-der-stille.at

Exerzitienhaus der Barmherzigen Schwestern
Tel.: +43 316 716020, bhs.exerzitien@aon.at

Bildungshaus Mariatrost
www.mariatrost.at, Tel.: +43 316 391131, office@mariatrost.at


Anmeldung/Informationen:
Ihre Anmeldung ist nicht Voraussetzung für ihr Kommen, unterstützt uns jedoch bei der Vorbereitung und Planung.
graz@franziskaner.at oder bei Br. Paul Zahner: paul.zahner@franziskaner.ch

Teilnahmegebühr: 20.- Euro


Bildhinweis:
Bild von Sabine Zgraggen (Schweiz) –
www.gedankenfotografie.ch

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